Richtig angezogen für die kalten Räume im Icehotel Jukkasjärvi
Ein Besuch im Icehotel bringt dir an einem Vormittag zwei Arten von Kälte. Die Eisräume liegen knapp unter null und sind windstill, das Rentiercamp draußen kann dagegen viel kälter sein. Zieh dich für den Teil im Freien an und öffne eine Schicht, sobald du im Eis bist.
Zwei Arten von Kälte an einem Vormittag
Die Eisräume in Jukkasjärvi bleiben den ganzen Tag unter null. Das Hotel hält sie bei etwa −5 °C, kalt genug, um deinen Atem zu sehen. Die Luft dort steht still, darum beißt die Kälte weniger, als du vielleicht fürchtest.
Draußen sieht es anders aus. An einem klaren Wintertag in Kiruna kann die Luft auf −15 bis −30 °C fallen, und auf einer geführten Tour finden das Rentiercamp und der Weg zur Kirche beide dort draußen statt.
Zieh dich also für die kälteste Strecke im Freien an und öffne eine Schicht, sobald du ins Eis kommst. An einem bitterkalten Tag können sich die Eisräume sogar milder anfühlen als der Hof davor.
Schichten von der Haut nach außen
Fang mit langer Thermounterwäsche aus Wolle oder Kunstfaser an. Baumwolle hält den Schweiß, und feuchte Baumwolle wird kalt, sobald du ein paar Minuten still im Schnee stehst.
Darüber kommt eine Mittelschicht aus Wolle oder Fleece, dann eine gefütterte Jacke, die lang genug ist, um die Hüften zu bedecken. Gefütterte Hosen oder Skihosen über Thermoleggings helfen mehr, als viele denken, denn beim Stehen und Zuhören werden die Beine zuerst kalt.
- Thermoshirt und Thermoleggings
- Wollpullover oder Fleece
- Gefütterte, winddichte Jacke mit Kapuze
- Skihose oder gefütterte Winterhose
- Ein Paar dicke Wollsocken
- Warme Mütze, die die Ohren bedeckt
- Schal oder Halswärmer
Enge Stiefel sind kälter als weite. Zwei Paar Socken in einem knappen Stiefel drücken die Durchblutung ab, nimm also ein dickes Paar Wollsocken und lass den Zehen Platz zum Bewegen.
Stiefel mit Profil für Schnee- und Eisböden
Die Böden im Icehotel sind aus festgetretenem Schnee und Eis, und die Wege im Dorf sind oft glatt. Warme Winterstiefel mit tiefem Profil sind wichtiger als jedes andere Teil auf dieser Seite.
Das Angebot für die dreistündige samisch geführte Tour (~162 €) bittet um bequeme Schuhe und warme Kleidung und sagt, dass die Tour Gehen auf Schnee beinhaltet. In Turnschuhen oder dünnen Stadtstiefeln frierst du schon in der ersten halben Stunde.
Wenn deine Stiefel neu sind, trag sie vorher einen Tag in der Stadt. Kalte Füße kommen meist von Stiefeln, die drücken oder Schnee hereinlassen, nicht von der Temperatur allein.

Eine kleine Gruppe in gemütlichem Tempo
Scandinavian Sami Photoadventures nimmt bis zu 8 Personen mit, mit rund 70 Minuten zwischen den Rentieren und rund 70 Minuten im Eis. Reisende geben 4,7 auf GetYourGuide (66 Bewertungen) und 4,9 auf Viator (29).
Handschuhe, die du für Fotos ausziehen kannst
Alle wollen Fotos in den Eisräumen, und Touchscreens funktionieren nicht durch dicke Fäustlinge. Die Lösung sind zwei Schichten an den Händen: dünne Unterziehhandschuhe, die anbleiben, und warme Fäustlinge darüber, die du für ein Foto ausziehst.
Handyakkus leeren sich in der Kälte schnell. Steck das Handy in eine Innentasche nah am Körper und hol es nur für das Foto heraus. Eine kleine Powerbank in derselben Tasche hilft an einem langen Tag.
Lights of Vikings bittet die Gäste, auf seinem vierstündigen Ausflug zum Icehotel und Samencamp (~162 €) warme Kleidung und eine Kamera mitzubringen. Bei rund 1,5 Std. im Eis lohnt sich ein Ersatzakku für eine richtige Kamera.
Was die Touren dir leihen und was nicht
Keine der beiden geführten Touren ab Kiruna nennt warme Kleidung unter den Leistungen. Komm für den ganzen Vormittag angezogen, denn der Kleinbus setzt dich in Jukkasjärvi direkt im Schnee ab.
Der Bustag ab Abisko von Lights Over Lapland ist die Ausnahme. Auf seiner Viator-Seite steht warme Kleidung unter den Leistungen, das Angebot sagt aber nicht genau, was das umfasst. Das GetYourGuide-Angebot für denselben Ausflug ab Abisko (~135 €) erwähnt es nicht.
Du kommst auf eigene Faust mit dem Eintrittsticket für ~29 €? Dann bestimmst du das Tempo und kannst dich zwischen den Eisräumen drinnen aufwärmen. Unser Vergleich von geführter Tour und Ticket wägt diese Freiheit gegen einen Guide ab.
Zwischen warm und kalt wechseln
Ein Tourvormittag führt immer wieder in geheizte Räume und hinaus, vom Kleinbus in die warmen Gebäude und zurück in den Schnee. Öffne jedes Mal die Jacke und nimm die Mütze ab, wenn du hineingehst. Sonst schwitzt du drinnen und frierst auf dem Weg nach draußen.
Der Rentierstopp ist auf beiden geführten Touren die längste Zeit im Freien, rund eine Stunde und manchmal länger. Unser Ratgeber zum Rentierfüttern bei Nutti Sami Siida beschreibt, was dort passiert.
Frühstücke ordentlich vor der Abholung um 9:30 Uhr und trink Wasser, auch wenn du keinen Durst hast. Ein Körper mit Energie hält Hände und Füße viel besser warm als ein leerer.
Kleidung im Lauf der Saison
Das Winter-Icehotel steht etwa von Dezember bis Mitte April, und das Wetter ändert sich in diesen Wochen stark. Dezember und Januar sind dunkel und oft bitterkalt, Ende März kann sich in der Sonne dagegen mild anfühlen. Die beste Reisezeit vergleicht die Wochen.
Im Sommer ist nur ICEHOTEL 365 geöffnet, durch Kühlung kalt gehalten, während das Dorf draußen grün wird. Ein Fleece mit einer leichten Jacke darüber reicht für einen Sommerrundgang durch die Eisräume, wie unser Ratgeber zu ICEHOTEL 365 erklärt.
Im Eis zu schlafen ist eine andere Ausrüstungsfrage, denn den Schlafsack stellt meist das Hotel. Eine Nacht im Eis oder ein Besuch am Tag beschreibt, wie diese Nacht ist.